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30. April 2014 3 30 /04 /April /2014 06:48

Träume einen kleinen Traum

 

 

 

THEKLA

 

Eine Geisterstimme

 

 

Wo ich sei, und wo mich hingewendet,

 

Als mein flücht'ger Schatte dir entschwebt?

 

Hab ich nicht beschlossen und geendet,

 

Hab ich nicht geliebet und gelebt?

 

 

Willst du nach den Nachtigallen fragen,

 

Die mit seelenvoller Melodie

 

Dich entzücken in des Lenzes Tagen,

 

Nur solang sie liebten, waren sie.

 

 

Ob ich den Verlorenen gefunden?

 

Glaube mir, ich bin mit ihm vereint,

 

Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden,

 

Dort, wo keine Träne wird geweint.

 

 

Engel 001

 

 

Dorten wirst auch du uns wiederfinden,

 

Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht,

 

Dort ist auch der Vater, frei von Sünden,

 

Den der blut'ge Mord nicht mehr erreicht.

 

 

Und er fühlt, daß ihn kein Wahn betrogen,

 

Als er aufwärts zu den Sternen sah,

 

Denn wie jeder wägt, wird ihm gewogen,

 

Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah.

 

 

Wort gehalten wird in jenen Räumen

 

Jedem schönen gläubigen Gefühl,

 

Wage du, zu irren und zu träumen,

 

Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.

 

 

Friedrich von Schiller

 

Johann Christoph Friederich Schiller

 

 

 

 

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Published by Susanne Ulrike Maria Albrecht
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