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16. Oktober 2011 7 16 /10 /Oktober /2011 19:31

 

 

Ora et labora

 

- bete und arbeite

 

 

"Ubi caritas et amor ibi, Deus est."

 

- "Wo Liebe und Güte wohnt, dort ist Gott."

 

 

 

 

 

 

 

Bald ist Winter!

 

Darum ein paar Wintergedichte von einem

 

meiner Lieblingsdichter Christian Morgenstern

 

(Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern).

 

Er war Tierschützer, Vegetarier und ein

 

begnadeter Dichter.

 

 

 

 

 

 

weihnachten-0430.gif von 123gif.de

 

 

 

 

Winter

 

Der Fjord mit seinen Inseln liegt

 

wie eine Kreidezeichnung da;

 

die Wälder träumen schnee - umschmiegt,

 

und alles scheint so traulich nah.

 

So heimlich ward die ganze Welt ...

 

als dämpfte selbst das herbste Weh

 

aus stillem, tiefem Wolkenzelt

 

geliebter, weicher, leiser Schnee.

 

 

 

 

 

Wenn es Winter wird

 

Der See hat eine Haut bekommen,

 

so dass man fast drauf gehen kann,

 

und kommt ein großer Fisch geschwommen,

 

so stößt er mit der Nase an.

 

Und nimmst du einen Kieselstein

 

und wirfst ihn drauf, so macht es klirr

 

und titscher - titscher - titscher - dirr ...

 

Heißa, du lustiger Kieselstein!

 

Er zwitschert wie ein Vögelein

 

und tut als wie ein Schwälblein fliegen -

 

doch endlich bleibt mein Kieselstein

 

ganz weit, ganz weit auf dem See

 

draußen liegen.

 

Da kommen die Fische haufenweis

 

und schaun durch das klare Fenster von Eis

 

und denken, der Stein wär etwas zum

 

Essen;

 

doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,

 

das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,

 

sie machen sich nur die Nasen kalt.

 

Aber bald, aber bald

 

werden wir selbst auf eignen Sohlen

 

hinausgehn können und den Stein wiederholen.

 

 

 

 

 

Neuschnee

 

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen

 

mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,

 

einen ersten schmalen Pfad zu schrägen

 

durch des Schneefelds jungfräulicher Flur -

 

kindisch ist und köstlich solch Beginnen,

 

wenn der Wald dir um die Stirne rauscht

 

oder mit bestrahlten Gletscherzinnen

 

deine Seele leuchtende Grüße tauscht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Es war einmal eine Glocke" ist eines

 

meiner absoluten Lieblingsgedichte.

 

Zum Weinen schön.

 

 

                         -  Susanne Ulrike Maria Albrecht,

 

                Tierschützerin, Vegetarierin und Dichterin

 

 

 

 

 

 

 

Es war einmal eine Glocke

 

Es war einmal eine Glocke,

 

die machte baum, baum.

 

Und es war einmal eine Flocke,

 

die fiel dazu wie im Traum.

 

Die fiel dazu wie im Traum ...

 

Die sank so leis hernieder

 

wie ein Stück Engleingefieder

 

aus dem silbernen Sternenraum.

 

Es war einmal eine Glocke,

 

die machte baum, baum.

 

Und dazu fiel eine Flocke,

 

so leise wie im Traum.

 

So leis als wie ein Traum

 

Und als vieltausend gefallen leis,

 

da war die ganze Erde weiß,

 

als wie von Engleinflaum.

 

Da war die ganze Erde weiß,

 

als wie von Engleinflaum.

 

 

                       Christian Morgenstern

 

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern

 

 

 

 

 

 

 

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Published by Susanne Ulrike Maria Albrecht
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